2 Aug 2009
Veröffentlicht von Raphael Steden
Eigentlich der erste verdient freie Tag! Nach der Hl. Messe stießen wir auf und brachen ins Horn J Richtung Tuzla, ca. zwei Stunden südlich von Slatina bei knapp 40 Grad im überhitzten Bulli. Mit ebenso überhitzter Stimmung erkundeten wir zunächst die Innenstadt und gönnten uns ein Eis (nicht, dass es abgekühlt hätte…). Der einzige Weg, den unmenschlichen Temperaturen zu entkommen, dauerte nochmal ca. 2 Stunden. Nachdem wir gefühlte 30 Mal nach dem Weg gefragt hatten, kamen wir zu einem Badesee, der zum Baden eher weniger geeignet schien. Also zurück nach Tuzla – wieso einfach machen, wenn’s auch schwieriger geht. Dort erwartete uns das Urlaubsparadies schlechthin: zwei Salzseen mit Partypool und Wasserfällen. Genau das richtige nach einer knappen Woche mehr oder weniger harter Arbeit, dicken Füßen und mehreren Dutzend Mückenstichen! Den Sonnenbrand nimmt man da doch gerne in Kauf.
Um den Tag perfekt zu machen, ging’s danach wieder in die Stadt zum Essen – das erste Mal originale Cevapcici mit Zwiebeln und Fladenbrot und einer kühlen Flasche Kiseljak ( ist nur Wasser, nicht mehr und nicht weniger
).
Mit ein paar gemütlichen Stunden mit Ilija am Feuer – auch, um noch ein paar Mückenstiche zu ergattern – klang der Sonntag aus.
1 Aug 2009
Veröffentlicht von Raphael Steden
Liebes Tagebuch,
heute hatten wir wohl unseren ersten „richtigen“ Arbeitstag. Als wir eigentlich recht zeitig aufstanden, waren schon bekannte Gesichter im Pfarrgarten und bauten Zelte für das Pfarrfest am Montag auf. Nachdem wir also einen Teil des Aufbauens verschlafen hatten, halfen wir dann noch beim letzten Zelt.
Danach ging es mit unserm Projekt vom Vortag weiter: Der zu streichende Raum entpuppte sich doch als recht groß und zeitaufwändig. Wir begannen, aber leider nur mit einer Rolle zu streichen. Das ging uns dann doch zu langsam, also mussten einige weitere her. Damit kamen wir dann richtig in Fahrt und ehe wir uns versahen erstrahlte die Decke nach einigen Versuchen dann in schönem Weiß.
Aber nicht nur die Decke, Martins Haar war ebenso weiß gepunktet und nein er hatte keine Schuppen J. Nach und nach machten wir immer mehr Fortschritte, – mittlerweile waren immer mehr von uns in Farbe getreten oder hatten sich versehentlich angemalt, aber auch der Raum nahm immer mehr Gestalt an. Zu dem weiß der Decke gesellte sich ein blau grüner Farbton für die Wände, wobei wir uns noch nicht ganz sicher waren, ob nun ehr blau oder grün. Naja auf jeden Fall sah der Raum nach unserm Schaffen echt toll aus!
Wobei wir noch eine Idee für ein Highlight in dem Raum in Arbeit haben, du darfst also gespannt sein. Nachdem wir also fast fertig waren, beendeten wir die Arbeit für heute. Ach da fällt mir ein was ich gestern vergaß. Unsere Mädels haben für uns ein Planschbecken gekauft, du glaubst gar nicht wie gut das für die Füße nach getaner Arbeit tut. Also nach einem kurzem Stop im Planschbecken ging es dann auf den Fußballplatz, wo sich dann auch noch zwei Einheimische zu uns gesellten. Wir hatten ein hartes Spiel, es machte aber auch richtig Spaß.
Als wir wieder kamen kam eine weitere Überraschung. Ilija bot uns an typisch bosnisch zu kochen. Mit zwei Gästen die Ilija aus Österreich besuchten, machten wir uns dann ein schönes Abendessen und genossen noch ein wenig das beisammen sein. Ach die Dusche nach alldem tat richtig gut 
(Raphi)
31 Jul 2009
Veröffentlicht von Raphael Steden
Hallo liebes Tagebuch,
heute bin ich mal dran mit schreiben. Es war mal wieder ein interessanter Tag. Heute Morgen waren wir noch einmal bei der Familie, bei denen wir gestern schon einmal waren. Wir haben vorm Haus an der Straße Bäume abgesägt, damit unser Bulli überhaupt diese Straße befahren kann. Danach haben wir noch im Garten mit der Sense Brennnesseln geschnitten.
Nach ca. drei Stunden Arbeit waren wir bei der Familie fertig. Der schwerkranke Hausherr wollte mit uns noch „Pivo“ trinken (was das ist, kann jeder mal selbst Googeln
) Da es noch vor vier war, haben wir natürlich abgelehnt.
Am Nachmittag waren wir dann erst mit zwei einheimischen Jungs in unserem Alter einkaufen. Danach haben wir die beiden (Pero und Anto) und noch einen dritten Jungen Mann (Miroslav), zum Essen bei uns eingeladen. Die drei haben uns bis jetzt schon sehr viel geholfen und wir wollten uns damit erkenntlich zeigen.



Nachdem wir mit dem Essen fertig waren, haben wir angefangen im Pfarrhaus einen Raum zu streichen. Miroslav, Pedro und Anto sind uns wie immer tatkräftig zur Hand gegangen. Als dies geschafft war, hat „unser“ Miroslav uns noch ein paar Maiskolben aus dem Nachbarfeld „besorgt“, die wir uns heute Abend mit Kräuterbutter auf den Grill gelegt haben.
Jetzt grade haben Alice und ich noch einen kleinen Mückenstich – Contest gestartet, den ich dummerweise gewonnen habe, 35 zu 18… Mehr möchte ich dazu nicht mehr sagen…
Sonst geht es uns soweit sehr gut, unsere Stimmung ist sehr positiv. Der ein oder Andere vermisst seine Freundin J, aber da er sich auf seine Mückenstiche konzentrieren muss, hat er ein wenig Ablenkung…
So, liebes Tagebuch, jetzt muss ich auch schon wieder los, denn am Lagerfeuer warten die anderen mit einem „Pivo“ auf mich, und Alice, Alice, hat nun übrigens 19… (Martin)
30 Jul 2009
Veröffentlicht von Raphael Steden
Liebes Tagebuch,
du kannst dir nicht vorstellen, wie gut ich geschlafen habe! Nach einer ruhigen Nacht ohne tierischen Besuch und einem majestätischen Frühstück nutzten einige von uns die Gelegenheit, an einem originalen bosnischen Gottesdienst teilzunehmen (20 Minuten, sie sprechen einfach schneller J). Und dann ging´s los: der erste Arbeitseinsatz.
Als erstes versuchten wir zwei Schwestern (67 und 70 Jahre alt), die sicherlich hier am stärksten vom Elend
betroffen sind, unsere Hilfe anzubieten. Was daraus wird, sehen wir dann Morgen. 10 Minuten weiter, ein zugewachsener Weg – jetzt nicht mehr! Eine Familie hat seit 14 Jahren angefangen, ihr Haus wieder aufzubauen und kann daher jede Hilfe benötigen. Man könnte meinen, wir hätten den ganzen Morgen Müll von rechts nach links geräumt, für uns ist der Fortschritt aber unverkennbar! Zum Dank gab´s abends Spanferkel.
29 Jul 2009
Veröffentlicht von Raphael Steden

Endlich waren wir komplett bei Ilija angekommen. Komplett? Nein ganz komplett waren wir leider doch noch nicht. Unser Bulli sollte ein Problem an der bosnischen Grenze bekommen. So wurde ihm verboten die Grenze zu überqueren und so mussten wir uns nachdem Ilija sich an der Grenze zu uns gesellte den Bulli bei Freunden von Ilija in Kroatien zurücklassen.
Wir packten notdürftig das wichtigste zunächst in Ilijas Wagen und kamen dann gut in Sredjna Slatina an, nur eben ohne Bulli.

Derweil konnten wir schon die ersten Leute vor Ort kennen lernen, die zu großen Teilen sogar deutsch sprachen. Freundlich halfen sie uns beim Aufbauen unseres BOW- Camps. Dann schnappte sich Ilija noch einmal Martin und Sebastian und während sich der Rest die Zeit beim Siedler spielen totschlug, gelang es dem Trio tatsächlich den Bulli wie geschmiert über die Grenze zu bekommen. Nun konnte das BOW – Camp erst richtig beginnen J
Allerdings warteten schon die nächsten Überraschungen auf uns. Während wir genüsslich das Abendessen vorbereiteten, überfiel uns eine recht große Ratte und hielt uns richtig auf Trab. Man darf gespannt sein, ob wir der Ratte Herr werden. Fortsetzung folgt…
