LiveTicker 2008

23 Dez 2008

04:00 – Die Rückfahrt

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Gegen Mitternacht waren wir schon in Slowenien und machten einen Fahrerwechsel. Gegen 4 Uhr hielten wir in Salzburg an und schliefen ein paar Stunden im Bulli. Als wir durch Bad Reichenhall, den ersten Ort in Deutschland kamen, hatten wir das Gefühl zu Hause zu sein, obwohl wir noch ca. 700 km fahren mussten. Gegen 21 Uhr kamen wir in Hallenberg an und besuchen noch kurz den Pastor Graute.

Als Fazit können wir von dieser Reise sagen:
Wir haben etwas Zeit und Nerven gegeben, haben aber ganz viele sehr schöne und bewegende Erfahrungen gewonnen, die die Strapazen der langen fahrten, besonders die Strapazen der Hinfahrt vergessen machen.

22 Dez 2008

15:00 – Zu Besuch bei den alten Menschen in Slatina

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

In Elijas Ort angekommen, besuchten wir zuerst zwei ältere Frauen um die siebzig. Diese beiden Frauen sind Schwestern, die ihre dritte Schwester, und ihr Haus im Krieg verloren hatten. Sie wohnen momentan in einem, aus Spendengeldern finanzierten Ein-Raum-Haus, mit einem Kuhstall und ohne Strom. Aber sie sind zufrieden und beschweren sich nicht. Natürlich freuten sie sich sehr über unsere zwei Pakete, die wir ihnen mitbrachten. Sie sind sehr auf Hilfe der Gemeinde und der Nachbarn angewiesen da sie nur das haben was sie selbst produzieren. Die Konserven in den Paketen trugen so einen großen Teil dazu bei, den Winter etwas leichter zu machen. Genau so waren die anderen Rentner auf diese Hilfe für den Winter angewiesen.
Die nächste Person, die wir besuchten, war eine ältere Dame, die ganz alleine wohnt. Sie bekommt auch keine Rente, wie fast alle älteren Leute in der Umgebung und lebt davon, dass sie von ihrem Sohn alle paar Monate einmal 50€ zugeschickt bekommt. Auch sie bat uns freundlich herein. Als wir ihr das Packet überreichten, konnte sie es vor Gewicht kaum halten.
Als drittes besuchten wir einen älteren Mann und seine Schwägerin, die nebeneinander wohnen. Auch sie baten uns herein, er bot  uns Bier und Schnaps an. Auch sie freuten sich beide sehr über unseren Besuch.
Als letztes besuchten wir eine Dame, die bei Verwandten wohnt, da ihr Haus immer noch nicht wieder aufgebaut werden konnte. Sie brachte uns Plätzchen, Eistee und schenkte einem von uns eine selbstgemachte Tischdecke.
Dann mussten wir leider wieder los. Elija fuhr vor uns her und brachte uns bis zur Grenze zurück. Nachdem wir uns bei ihm für alles bedankt hatten, vor allem für seine spontane Hilfe am Freitag, ging es für uns, ohne Probleme über die Grenzen in Richtung Heimat.

22 Dez 2008

10:00 – Auf ein Wiedersehen Sarajevo

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Um 10 Uhr morgens waren wir reisefertig und wurden anschließend in Sarajevo herzlich verabschiedet. Wir mussten allen versprechen, dass wir wiederkommen werden. Dann ging es von Sarajevo über Tuzla zurück zu dem Pastor Elija, dem wir noch Geschenke für die älteren Menschen seiner Gemeinde vorbeibringen durften.
Bei einem der vielen Foto-Stops unterwegs, kam auf einmal ein hupendes Auto angefahren, welches einen toten Wolf auf die Haube geschnallt hatte. Die beiden Jäger, die ihn erledigt hatten, hielten extra für uns an, damit wir ein Foto machen konnten.

21 Dez 2008

17:00 – Unterwegs mit dem Jugendhaus

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Nach einem kurzen Stadtbummel haben wir noch eine Familie besucht. Die Frau, mit der wir lange gesprochen hatten, war die erste Bosnierin, die im Jugendhaus Haderhausen für längere Zeit zu Besuch war. Es waren ein paar sehr nette, und hochinteressante Stunden bei ihr.
Um 18 Uhr ging es in die Innenstadt in eine Jugend- bzw. Studentenmesse, die Pastor Sîmo las. In seiner Predigt erwähnt er uns und erzählt der Gemeinde, was wir auf der Herfahrt alles erlebt hatten. Diese Strapazen hatten wir zu diesem Zeitpunkt schon vollständig vergessen.
Nach der Messe ging es zur Weihnachtsfeier ins Jugendhaus. Den ganzen Abend wurde Gitarre gespielt, gesungen und wir hatten die Möglichkeit ein paar lange, intensive Gespräche mit den Jugendlichen Sarajevos zu führen. Einige haben uns ihre persönliche Kriegsgeschichte anvertraut und wir waren einige Male geschockt, was diesen Menschen alles im Krieg passiert ist. Zum Abschied spielten sie für uns  „Take Me Home, Country Roads“, und „Knocking On Heavens Door“.  Letzterer  war mittlerweile zu unserer persönlichen Reisehymne geworden.

21 Dez 2008

13:00 – Sightseeing in Sarajevo

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Die Stadt Sarajevo hat uns sehr gut gefallen. Es erinnert noch viel an den schlimmen Krieg. Sarajevo war immerhin jahrelang eingekesselt und viele Menschen starben hier auf den Straßen. Trotz vieler neuer Bürogebäude, heilen die sichtlichen Wunden der Stadt dennoch sehr langsam. Zu Mittag gab es Chiwapchichi, die örtliche Spezialität.

21 Dez 2008

09:00 – Erneut zu Gast in Egipat

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Nach dem reichlichen Frühstück im Jugendhaus, fuhren wir, wie am Vorabend besprochen ins Kinderheim Egipat zurück, um uns das Heim anzuschauen. Die ca. 30 Kinder des Heims sind in Familien zu ca. 6-8 Kindern eingeteilt und jede Familie lebt mit einer Schwester zusammen in einer Wohnung.

Das Alter der Familien ist gemischt, die Schwester übernimmt die Rolle der Mutter und die Älteren kümmern sich um die Jüngeren. Aufgeräumt wird zusammen. Uns viel sofort auf, dass das Verhältnis dort sehr gut ist und die Kinder dort die Möglichkeit haben, ihre schlimmen Vorgeschichten, zumindest ein bisschen zu vergessen.
Die Kinder haben sich sehr über unseren zweiten Besuch gefreut und haben uns aus Dankbarkeit eine Kleinigkeit gebastelt.
Dann durften wir den Rest des Hauses sehen, unter anderem den hauseigenen Kindergarten, in dem auch Kinder sind, die nicht im Heim Wohnen. Außerdem kommen in diesen katholischen Kindergarten, der auch von Nonnen geleitet wird, auch muslimische(!) Kinder. Danach haben wir von der Küchenschwester selbstgemachte Plätzchen und Kuchen bekommen. Nach herzlicher Verabschiedung im Kinderheim Egipat, ging es für uns nun in die Stadt Sarajevo.

20 Dez 2008

19:00 – “Freude schöner Götter Funken”

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Im zweiten Kinderheim, dem Egipat warteten die Kinder noch auf uns. Als wir reinkamen, sangen die Kinder mit ihren Betreuerinnen das Lied „Freude schöner Götterfunken“ auf landeseigener Sprache. Dies war für uns der erste ergreifende Augenblick des Abends. Es sollten noch tausende folgen.

 

Nach dem Lied durften die Kinder unsere Geschenke auspacken. So eine Freude und dieses Strahlen, das die Kinder in den Augen hatten, lässt sich in Worten nicht beschreiben. Für uns drei hatten sich die lange Fahrt und die vielen Probleme auf der Strecke jetzt schon gelohnt. Die Kinder verteilen großzügig Süßigkeiten, die sie in ihren Paketen hatten und zeigten uns voller Freude ihre Spielzeuge und Anziehsachen, die sie in den Paketen hatten.
Da es schon sehr spät war, verabredeten wir mit den Schwestern des Kinderheimes, dass wir am nächsten Morgen nochmal wiederkommen würden, um uns das Heim anzusehen.
Später gingen wir noch in ein Brauhaus in Sarajevo, um etwas zu Essen und ein Bier zu trinken. Dann fielen wir wieder einmal, wie Steine ins Bett.

20 Dez 2008

17:00 – Angekommen in Sarajevo

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Nach mehreren Polizeikontrollen, die in Bosnien anscheinend zur Tagesordnung zählen, erreichten wir Sarajevo gegen 17 Uhr. Dort wurden wir herzlich begrüßt und fingen direkt an, den Bulli und den Hänger auszuladen. Nach gründlichem Sortieren der Geschenke fuhren wir ins erste Kinderheim – Bjelave. Da wir sehr spät in Sarajevo ankamen, konnten wir die Kinder im ersten Heim nur kurz sehen, da sie schon im Schlafanzug waren.

20 Dez 2008

12:00 – Zollabwicklung abgeschlossen

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Nach kurzem Frühstück und einem kleinen Spaziergang über den örtlichen Friedhof, fuhr uns Elija zur Grenze zurück. Um 12 Uhr mittags, waren unsere Papiere bearbeitet und wir durften Richtung Sarajevo starten. Wir fuhren über Doboj, Zenica, Visco nach Sarajevo.

20 Dez 2008

09:00 – Der Morgen in Srednja Slatina

Veröffentlicht von Sebastian Mörchen

Nach morgendlicher Messfeier in Elijas Dorf, zeigte er uns stolz seine neue Kirche. Die alte Kirche ist im Krieg vollständig zerstört worden. Nun berichtete er uns, dass in diesem Jahr zu Heiligabend zum ersten Mal eine Messe in der Kirche gefeiert wird, die Christmette.