11 Feb 2014

Abdulmonin aus Eritrea

Veröffentlicht von Rita Maurer unter der Kategorie Flüchtlinge, Projekte Deutschland

SONY DSCDie Heimat des 33-jährigen Abdulmonin ist eigentlich Eritrea, aber dorthin kann er nie mehr zurück. Nur jeder fünfte Einwohner dort hat überhaupt jemals eine weiterführende Schule besucht, Abdulmonin hat jedoch sogar das Abitur gemacht und dann im benachbarten Sudan ein Elektrotechnik-Studium abgeschlossen.

Eritrea behauBild (2)ptet von sich, ein demokratisches Land zu sein, die Regierung ist jedoch bekannt für gravierende  Menschenrechtsverletzungen. Regimekritiker, Militär-Deserteure oder Menschen, die aufgrund der lebenslang bestehenden Wehrpflicht in einem anderen Land Asyl suchen, werden gnadenlos verfolgt und mit Folter und Tod bestraft. Alle diese Punkte treffen auf Abdulmonin zu, er konnte die Umstände in seinem Heimatland nicht mehr ertragen, hat sich deshalb kritisch geäußert und sich außerdem der in Eritrea lebenslang geltenden Wehrpflicht entzogen, da die Beziehungen zu Äthiopien sehr angespannt sind und ein neuer Krieg droht.

Abdulmonin musste deshalb über die Türkei und Griechenland fliehen und hat seit Juli 2012 Asylrecht in Hallenberg. Aufgrund seiner international anerkannten Gefährdung durch die eritreische Diktatur hat er mittlerweile einen offiziellen Abschiebeschutz und auch eine Arbeitserlaubnis. Er kann jedoch keine Zeugnisse oder Papiere vorlegen, da er diese bei seiner überstürzten Flucht nicht mitnehmen konnte. Seine Familie darf ihm nichts nachschicken, da sie von der Polizei überwacht wird. Deshalb ist leider auch kaum ein Kontakt mit seiner Heimat möglich, da seine Familie sonst noch mehr staatliche Repressalien zu befürchten hat.

Abdulmonin ist nach seiner Flucht krank geworden, weil er so sehr unter seinen Erlebnissen und Lebensumständen gelitten hat. Mittlerweile geht es ihm wieder deutlich besser, nicht zuletzt durch den Zusammenhalt unter den Asylbewerbern. Demnächst wird er den sogenannten „Blauen Pass“ bekommen, der aufgrund der Genfer Flüchtlingskonvention ausgestellt wird und ihm weltweit Auslieferungsschutz vor seinem Heimatstaat gewährt.

Wir wünschen ihm sehr, dass er sich auch bald in Hallenberg wirklich wohlfühlen und zur Ruhe kommen kann!

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