26 Nov 2018

18:00 – Feierabend

Veröffentlicht von Pascal Lefarth unter der Kategorie HandS 2018, Live-Ticker, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

Vučko hat es mal wieder geschafft: Auch das letzte Heim in Sarajevo wurde mit Geschenken versorgt. Jetzt kann das Team den Abend zur Feier des Tages entspannt ausklingen lassen. Zu dieser Gelegenheit gönnt sich der Wolf einen “Mokka”, den typischen Kaffee in Bosnien. Er erklärt seinen Mitstreitern die Zubereitung:

"Traditionell wird das Pulver in einer Kupferkanne kurz auf der Herdplatte geröstet bis sich die Aromen entfalten. Anschließend wird der Satz mit kochendem Wasser übergossen. Wenn der Kaffee in der Kanne aufsteigt ist er genussbereit." Vučko meint mit Kaffeesatz zwischen den Zähnen: "Das schmeckt nach Heimat!".

Auch ein kleiner Rundgang durch Sarajevo darf natürlich nicht fehlen. In engen Gassen kann man hier orientalisch anmutende Souvenirs, Slivovic oder Süßigkeiten erwerben. Besonders die schönen bunten Lampen und Lichter wecken Urlaubsgefühle.

Morgen früh geht es dann weiter in die Stadt Mostar. Hier möchte das Team einen zusätzlichen Tag verbringen, der natürlich nicht von Vučko, sondern den Fahrern selber bezahlt wird.

26 Nov 2018

15:30 – Viel Leben im “Egipat”

Veröffentlicht von Michael Althaus unter der Kategorie HandS 2018, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

Nach dem Bosnien-Krieg war es fast bis auf die Grundmauern zerstört – heute ist es ein Haus voller Leben: Das Kinderheim “Egipat” (“Ägypten”), geführt von den Schwestern der Heiligen Familie, ist eines von Vučkos Lieblingsprojekten. Neun Kinder und Jugendliche zwischen 13 und 21 Jahren leben hier im Moment mit den Schwestern der Heiligen Familie. Ivica ist als einziger Junge der Hahn im Korb. Dem taffen 13-Jährigen macht das Nichts: “In der Schule habe ich genug Jungen als Freunde.” Außerdem war heute sein Kumpel Anto zu Besuch, der früher auch im “Egipat” lebte und mittlerweile in einem Heim für Behinderte wohnt.

Für Vučko und das Team gab es Kaffee und Kuchen und außerdem eine musikalische Kostprobe: Die Kinder bereiten sich auf ein großes Konzert vor, zu dem am Dienstagabend Gäste aus ganz Bosnien erwartet werden. Im Chor singen alle mit – selbst die taubstumme Magdalena. Vučko ist dann leider schon wieder auf Achse. Ein Glück, dass die Kinder zwischen ihren Proben noch Zeit für den kleinen Wolf hatten.

26 Nov 2018

14:00 – Unterschiedliche Verhältnisse

Veröffentlicht von Sophia Schlitt unter der Kategorie HandS 2018, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

In Sarajevo angekommen musste das Team alle restlichen Geschenke in den Bulli umpacken, da es mit dem Anhänger nicht möglich ist, sich durch die steilen und engen Straßen der Stadt zu schlängeln. Dann bewegte sich der vollgepackte Bulli in Richtung des vorletzten Stopps. In dem staatlichen Heim "Bjelave" hat Vučko ca. 100 Pakete abgeliefert. Dort leben Kinder aller Altersklassen: Viele kommen als Babys in die Einrichtung und leben noch hier als Jugendliche mit 20 Jahren. Oft sind es Waisen oder Kinder aus Familien, in denen Gewalt, Drogen und Vernachlässigung zur Tagesordnung gehören. Die Erzieher müssen sich um viele Kinder kümmern und freuen sich über jede Unterstützung. Deswegen sind die Sachspenden von BOW hier perfekt aufgehoben.

Die jeweiligen Pakete wurden von den Mitarbeitern des Heimes sortiert und in die Wohngruppen gebracht. Als das Team dort ankam, hielten viele der jungen Kinder gerade ihren Mittagsschlaf. Vučko und seine Freunde wurde von einer netten Erzieherin durch das Gebäude geführt und konnten dann noch ein paar Jugendlichen dabei zusehen, wie sie die Pakete öffneten. Auch hier freuten sich alle über die kleinen Aufmerksamkeiten.

Leider ist der Unterschied zwischen den staatlichen und kirchlichen Einrichtungen für unseren kleinen Wolf deutlich spürbar. Obwohl für die Kinder gut gesorgt wird, merkt man, dass das Gefühl des Zusammenhaltes in dem staatlichen Heim leider etwas fehlt. Bei so vielen Bewohnern bleibt den Betreuern kaum Zeit, um sich ausgiebig mit den Kindern zu beschäftigen, wie es in kirchlichen Einrichtungen mit weniger Bewohnern möglich ist. Dennoch freut sich das ganze Team, dass die Kinder aus Problemfamilien, die bei den Schwestern keinen Platz finden konnten, dort aufgefangen werden und in geschützter Umgebung aufwachsen können.

Vučko ist froh, dass er auch hier etwas Gutes tun konnte und freut sich nun auf den letzten Stopp der Tour in "Ägypten".

26 Nov 2018

09:30 – Einblicke aus Vareš

Veröffentlicht von Sophia Schlitt unter der Kategorie HandS 2018, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

Ausgeschlafen konnte Vučko wieder munter in den Tag starten. Gemeinsam mit den Schwestern wurde dann noch gefrühstückt und über viele Dinge geredet.

Vučko hat erfahren, dass drei der älteren Jungs dieses Jahr für ein paar Tage eine Veranstaltung in Augsburg besucht haben, die sich mit Robotik beschäftigte. Die Reise war ein Preis für ein Projekt in ihrer Heimat. In Bayern trafen die bosnischen Jungen dann Professoren und Studenten, mit denen sie zusammen forschen durften. Die Kinder hatten große Freude daran und haben ihr bereits vorhandenes Wissen und Interesse weiter ausgebaut. Manche denken auch darüber nach Informatik zu studieren. Es ist wirklich schön zu sehen, welche Möglichkeiten den Kindern geboten wird.

Dieses Jahr wartet auf einige Kinder eine große Reise nach Italien. Von einer anderen Organisation wurden einige ausgewählt, um einen Monat zur Weihnachtszeit bei einer Familie in Sizilien zu verbringen. Sie seien sehr aufgeregt, da auf dieser Reise viele Dinge erstmalig geschehen. Auch die Schwestern sind gespannt und ermutigen die Kinder zum Besuch eines Sprachkurses.

Und tatsächlich wurde in Vareš Gold gefunden. Allerdings nicht von den Bosniaken, sondern von einem Team aus Australien. Es bleibt leider noch offen, ob Bosnien an dem Gewinn beteiligt wird. Die Region war vor dem Krieg bekannt für den Abbau von vielen Metallen. Eventuell kann daran nun wieder angeknüpft werden, was Arbeitsplätze schaffen würde. Schwester Jela sieht das eher kritisch, weil das geschulte Personal dafür fehlt, da viele von damals mittlerweile zu alt sind oder leider nicht mehr leben. Es wird sich zeigen, was die Zeit bringen wird.

Jetzt geht’s es weiter Richtung Sarajevo. Dort warten schon die letzten zwei Heime auf Vučko und seine Freunde!

26 Nov 2018

19:00 – Berührende Worte

Veröffentlicht von Sophia Schlitt unter der Kategorie HandS 2018, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

Nach der anstrengenden Fahrt durch das schlechte Wetter kam das Team endlich in Vareš an. Im Regen wurde dann schnell der Bulli geparkt und alles ins Haus getragen.

Dort wurde Vučko schon von den lieben Schwestern erwartet, die das Heim leiten. Dort leben ca. 20 Kinder im Alter von 7-19 Jahren in verscheiden Wohngruppen. Das Kinderheim wird nicht durch Staat oder Kirche unterstützt, es finanziert sich komplett durch Spenden und das klappt glücklicherweise sehr gut.

Nachdem alle ein köstliches Abendessen frisch aus der Küche verspeist hatten, konnte es dann auch hier los gehen mit dem Verteilen der Geschenke. In alter Tradition versammelten sich dafür alle Kinder im großen Essensaal. Diesmal hatten drei der Bewohner kleine Text vorbereitet, die sie auf Englisch und auf Deutsch vortrugen. Sie bedanken sich für die Pakete und vor allem für die Zeit die alle Beteiligen jedes Jahr opfern, damit das ganze Projekt überhaupt machbar wird. Da hatte Vučko einen kleinen Kloß im Hals, da er sich so freute über die lieben Worte der mittlerweile immer größer werdenden Kinder. Anschließend haben alle zusammen noch ein Lied für unser Helferteam vorgetragen, welches wirklich wunderschön war, da alle sehr gute Sänger sind.

Auch unser kleiner Wolf richtete noch ein paar liebe Worte an alle und dann wurden die Geschenke verteilt. Besonders schön ist hier, dass die Kinder die Pakete direkt öffnen dürfen. Alle freuen sich immer wahnsinnig über jedes kleine Stück in ihren Geschenken. Gerne wird auch untereinander getauscht.

Nach der ganzen Euphorie der Geschenke sind dann langsam alle wieder zurück in ihre Wohnunggruppen gegangen. Vučko und seine Helfer durften auch noch etwas Zeit mit den Kindern verbringen, bevor sie ins Bett mussten. Es wurde zuerst mit den Kleinsten und später dann mit den Jugendlichen gespielt und geredet. Viele von ihnen sprechen mittlerweile gut Englisch und manche sogar Deutsch. Den Abend so ausklingen zu lassen macht immer besonders Spaß, weil man sich mittlerweile schon gut kennt und die Kindern sich immer freuen das Team wiederzusehen.

Irgendwann fielen unserem kleinen Wolf dann allerdings wirklich die Augen zu. Der Tag war wunderschön und er konnte direkt zufrieden ins Bett gehen, denn auch unser Team darf jedes Jahr im Kinderheim übernachten.

25 Nov 2018

15:30 – Noch immer keine Hoffnung. Oder?

Veröffentlicht von Pascal Lefarth unter der Kategorie Allgemein

Im Kinderheim „Leptir“ (Zu Deutsch: Schmetterling) wartete man schon ungeduldig auf das Ankommen des Teams. Da heute Sonntag und zugleich Nationalfeiertag ist, konnten wir leider keine der Besucher der Behindertentagesstätte antreffen. Daher werden die Pakete in der Weihnachtszeit verteilt. Der Wolf freut sich schon besonders auf die Ihm versprochen Bilder.

Auch hier erfuhr Vučko erneut, wie die Bosniaken über die Zukunft des Landes denken. Nihad, ein alter Freund und Angestellter der Einrichtung sagt: „Da alle gut ausgebildeten Menschen nach Deutschland, Österreich oder die Schweiz auswandern, gibt es kaum Spezialisten im Land. Es scheint gar unmöglich Bosnien wieder aufzubauen.“ Es scheint nicht so, als bestünde Hoffnung in seinen Augen. Das stimmt unseren Wolf traurig. „Es schmerzt meine Heimat so zerfallen zu sehen. Es müssen Anreize geschaffen werden, damit qualifizierte Leute im Land bleiben“, meint Vučko während eine Träne seinen Pelz hinunterläuft.

The show must go on: Es geht weiter nach Vares. Durch viel Nebel, Dauerregen und schlechte Sicht dauert die Fahrt heute etwas länger, doch Sicherheit steht an erster Stelle, also tritt Vučko (Der seine Verdauungspause beendet hat) lieber auf die Bremse. Lieber zu spät als nie ankommen!

Angeblich hat man an dem alten Industriestandort Gold gefunden. Vučko fragt sich: Eine Chance auf Arbeitsplätze?

Eine Chance für Bosnien?

Wir sind gespannt..

25 Nov 2018

10:00 – Nur das Beste für den Pfarrer

Veröffentlicht von Pascal Lefarth unter der Kategorie Allgemein

Der Morgen begann mit einer herzlichen Morgenmesse in der Kirche zu Radunice und einem ausgiebigen Frühstück mit Pfarrer Ilija. Vučko genoss einige der Speisen, die die Dorfbewohner für Ihren geistlichen gespendet haben.

In Bosnien wird ein Pfarrer nicht gänzlich vom Staat und der Kirche finanziert, sondern er ist auf Gaben der Gemeinde angewiesen.", so Ilija. "Hier ist es Tradition, dass er bei einer Schlachtung die besten Teile des Schweines bekommt.", sagte er während ein Helfer zwei frisch Vorderbeine filetierte. Neben diversen Schinken aus dem Dorf teilte der Pfarrer auch seinen zwei Tage frischen Käse gerne mit den Helfern von BoW.

Vučko genoss das Frühstück sehr – zu sehr. Er war von all dem guten Essen so vollgefressen, dass er das Auto nicht mehr steuern konnte.

Da der Zeitplan eng ist, darf Michael das Gefährt ausnahmsweise zum nächsten Stopp fahren. Bestimmt funktioniert es auch ohne unseren erfahrensten Fahrer auf den holprigen Straßen von Bosnien, die oft nicht mehr als Schlaglöcher und Hubbel sind.

24 Nov 2018

18:15 – Überraschungsbesuch

Veröffentlicht von Michael Althaus unter der Kategorie HandS 2018, Live-Ticker, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

Gegen Radunice ist Srednja Slatina eine Stadt – so hatte es Vučkos Freundin Snjezana heute Morgen noch gesagt. Und wahrscheinlich hat sie recht. Das 250-Einwohner-Dorf Radunice im Herzen Bosniens liegt abseits jeglicher Hauptstraßen, auf einem Berg mitten im Wald. Dort wohnt der Priester Illija, der früher in Srednja Slatina tätig war und den es inzwischen hierher verschlagen hat. Vučko, der sich im Wald ja heimisch fühlt, stattete ihm einen Besuch ab und ließ im einige Pakete für ältere Leute aus der Pfarrei da.

mal-bosnien-111Außerdem kam es noch zu einer weiteren Begegnung: Ganz in der Nähe von Radunice wohnt der 17-jährige Marco, den Vučko noch aus dem Kinderheim in Sarajevo kennt. Heute lebt er bei seinem Onkel und seinem Opa und macht eine Ausbildung zum Schlosser. Vučko, Illija und das ganze Team statteten ihm einen Überraschungsbesuch (Foto) ab – und sorgten für große Freude.

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24 Nov 2018

09:30 – Alte Bekannte und viele Geschichten

Veröffentlicht von Pascal Lefarth unter der Kategorie HandS 2018, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

DSC_7205Nach einem guten Frühstück konnte das Team gestärkt in den Tag starten. Als alles zusammen gepackt war ging es weiter mit dem Bulli samt Anhänger Richtung Slatina, das kleine Dorf südlich von Orasje in dem vor allem ältere Menschen wohnen.

Hier wartet Snezana schon mit Kaffee und Tee auf Vučko und seine Freunde. Sie begleitet das Team jedes Jahr erneut von Haus zu Haus. Die Tassen waren schnell geleert und dann konnte es auch schon los gehen.

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23 Nov 2018

22:28 – Harte Worte und ein Anruf

Veröffentlicht von Michael Althaus unter der Kategorie HandS 2018, LiveTicker 2018, Projekte Bosnien

“Bosnien hat keine Zukunft!” – harte Worte, die Vučko beim Abendessen hören musste. Auch über 20 Jahre nach Ende des Kriegs liegt die Wirtschaft im Land weiter brach, die Politiker der drei Volksgruppen (Serben, Bosniaken, Kroaten) blockieren sich gegenseitig, viele Menschen leben in Armut. Kein Wunder, dass insbesondere junge Leute keine Perspektive sehen und nach Deutschland oder in andere Länder auswandern. Eine traurige Wahrheit.

Um so erfreulicher ist, dass die Menschen in Bosnien einfach immer Zeit haben. Wann immer Besuch kommt, lassen sie alles liegen und stehen und sind ganz für ihre Gäste da. Das musste auch Vučko heute wieder erfahren, als er seinen für morgen geplanten Besuch im Dorf Srednja Slatina ankündigte. Der Anruf dauerte nur wenige Sekunden: “Morgen? Um 10? Natürlich könnt ihr kommen!”, antwortete seine Freundin Snježana, mit der er wie jedes Jahr von Haus zu Haus fahren und die Senioren besuchen wird. Auch wenn die noch gar nichts von seiner Ankunft wissen. Eines werden sie bestimmt haben: Zeit.